Die Welle und der Ozean

Sei außer - gewöhnlich

„Neulich habe ich eine hübsche kleine Geschichte gehört“, sagt Morrie. Er schließt für einen Moment die Augen und ich warte.
“Okay, in der Geschichte geht es um eine kleine Welle, die auf der Oberfläche des Ozeans entlanghüpft und unglaublich viel Spass hat. Sie genießt den Wind und die frische Luft, bis sie bemerkt, dass vor ihr noch andere Wellen sind, die alle an der Küste zerschellen.”

“Mein Gott, das ist ja schrecklich”, sagt die Welle. “Wenn ich mir vorstelle, was mit mir passieren wird!” Da kommt eine andere Welle vorbei. Sie sieht die erste Welle, die grimmig dreinschaut, und fragt: “Warum siehst du so traurig aus?”

Die erste Welle sagt: “Du verstehst überhaupt nicht, was los ist! Wir werden allesamt an der Küste zerschellen! Wir, alle Wellen, werden nichts sein! Ist das nicht schrecklich?”

Die zweite Welle sagt: “Nein, du verstehst nicht. Du bist nicht eine Welle, du bist ein Teil des Ozeans.”

Ich lächle. Morrie schließt wieder die Augen.

“Ein Teil des Ozeans“, sagt er, „ein Teil des Ozeans.” Aus dem bewegenden Buch “Dienstags bei Morrie”

von Mitch Albom.


Fragen an den unerschrockenen Leser:

  • Wie oft beruhen deine Annahmen auf einer Überzeugung?
  • Siehst du das große Ganze im Anbetracht eines Lebensausschnittes?
  • Wo kannst du Zusammenhänge noch nicht erkennen?
  • Bist du ängstlich?
  • Wenn du dein Leben betrachtest, kannst du Wiederholungen, Zusammenhänge oder Muster erkennen?
  • Fühlst du dich zugehörig?
  • Welche Welle in deinem Leben scheint so groß, dass sie dich mitzureißen droht?
  • Wie oft handelst du rein aus Erfahrungswerten, ohne sie nochmals zu hinterfragen?
  • Wie oft schwimmst du mit der Masse?
  • Siehst du dir häufig die Nachrichten im TV an? oder die Schlagzeilen in der Zeitung? Was macht das mit dir? Ist dein Gefühl anschließend gut oder schlecht? Bringt es dich weiter?
  • Wann hast du dich zuletzt von Wasser tragen lassen?

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