Wie funktionieren Aufstellungen?

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Gruppenaufstellungen

Diese Art von Gruppentherapie verwendet Stellvertreter zur Darstellung eines Familiensystems. Je nach „Anliegen“ kann z.B. das Herkunftssystem, das Ursprungssystem, ein Krankheitsbild oder ein anderes Element aufgestellt werden. Die Gruppe setzt sich aus „Aufstellenden“, (mit eigenem Anliegen) und „Begleitenden“ Personen zusammen. Die Begleitenden haben kein eigenes Anliegen, stellen sich jedoch meistens als Stellvertreter (Repräsentanten) zur Verfügung. Zunächst wird mit dem Aufstellenden das Anliegen geklärt. Dies geschieht in der Regel außerhalb der Gruppe, um möglichst neutrale Aussagen (ohne Interpretationen) der Stellvertreter zu erhalten.

Um wichtige Informationen mit in den Prozess einfließen zu lassen, kann es hilfreich sein, vorab eine Vita oder ein Genogramm zu erstellen. Meist zeigt die Auseinandersetzung mit der eigenen Vita bereits erste Hinweise auf Ereignisse die immer wieder kehren, verlorene Personen die ausgegrenzt wurden, abgetriebene Kinder, Verluste oder Beziehungsstörungen. Wer bzw. welches System dann aufgestellt wird, hängt vom individuellen Anliegen ab.

Nach der Klärung des Anliegens werden Stellvertreter für das eigene System aus der Gruppe ausgesucht und in Bezug zueinander aufgestellt.

Mit Hilfe des Resonanzfeldes und den Repräsentanten kann dann ein erster Eindruck der Situation aufgezeigt werden. Wichtig ist hierbei, dass eine vertrauensvolle, von Respekt getragene Atmosphäre in der Gruppe vorherrscht, da zum Teil sehr intime Themen behandelt werden, die diesen Rahmen nicht verlassen sollten. Nur so kann ein Mensch sich öffnen und seine Anliegen so klären, dass es seiner Persönlichkeitsentwicklung dient und eine Lösung möglich ist. Die Teilnehmer der Gruppe die im Außenkreis sitzen, unterstützen den Prozess mit ihrer Aufmerksamkeit und ihrer Energie.

In der Aufstellung kann beobachtet werden, dass sich die Repräsentanten ebenso verhalten oder ausdrücken wie die Personen, für die sie als Stellvertreter ausgewählt wurden. Einige zeigen Schmerzen an Körperteilen auf, die auch die realen Personen aufweisen können. So hatte eine Teilnehmerin die für eine Mutter im System stand, starke Schmerzen im Bein. Laut Bericht der Aufstellenden wurde der Mutter das Bein amputiert und sie hat immer noch Phantomschmerzen.

So werden im Verlauf einer Aufstellung Problemlagen sichtbar, hörbar und durch die Teilnehmer phänomenalistisch dargestellt. Tiefe unbewusste Liebe zu Familienangehörigen die bereits verstorben sind, unerfüllte aber beständige Liebe zum ersten Partner, oder auch Verstrickungen aus Liebe und Schmerz werden deutlich und damit veränderbar.

Eine Aufstellung endet mit einem Lösungsbild. Dieses Bild, soll das alte innere Bild korrigieren und damit neue Perspektiven ermöglichen.

Einzeltermine

Einzeltermine können hilfreich sein, zunächst unter vier Augen persönliche Problemlagen zu besprechen. Mit Hilfe von Tisch-Aufstellungen oder Bodenplatten können kleine Aufstellungen zu beruflichen und privaten Fragen, wie:

  • Für welche Arbeitsstelle soll ich mich bewerben?
  • Welcher Weg ist für mich der Richtige in dieser Situation?
  • Wie soll ich mich dieser Person gegenüber verhalten?
  • Wo ist mein Kind gut aufgehoben?
  • Wie soll ich meiner Schwester/Bruder/PartnerIn/ChefIn mein Anliegen vortragen?

Alle Problemlagen die man mit wenigen Stellvertretern lösen kann, sind dafür geeignet. Auch Brett Aufstellungen und Aufstellungen mit Bodenplatten oder anderen Hilfsmitteln können so durchgeführt werden.

 

Mini Aufstellungen

Eine Mini Aufstellung ist geeignet, wenn der Aufsteller einen kleinen Kreis für sein Anliegen benötigt. Oft wird eine Mini Aufstellung genutzt, wenn man sich mit seinen Eltern versöhnen möchte, eine Partnerschaftliche Angelegenheit lösen will oder eine geburtlich bedingte Bindungsstörung zu seinem Kind heilen möchte. Dies passiert häufig, wenn die Geburt schwierig war und das Kind früh von der Mutter weg gekommen ist. Die Mutter hat dann häufig das Gefühl, das Kind nicht annehmen zu können.

Mini Aufstellungen werden auch genutzt, um Dinge, die die Seele belasten, los zu werden. Sie verstorbenen Menschen noch einmal mitzuteilen, um sie dann loslassen zu können. Oder als Opfer dem Täter gegenüber zu treten, um seine Gefühle mitzuteilen (auch den, in welcher Form auch immer, beteiligten Personen). 

Für diese Aufstellung werden lediglich Stellvertreter für diese Situation (Mutter/Kind; zwei Partner; Eltern/Kind;…) hinzugezogen. Diese Aufstellungen dauern je nach Anliegen und tiefe der Störung bis zu 1 / 1,5 Stunden.

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